Café + am 18. 10. 2018 „Information – die Tür zum Leben“

Information – was ist das eigentlich? Am Beispiel der Gäste erklärte der Referent Klaus Loh den Begriff „Information“: Ganz am Anfang haben einige Leute sich Gedanken gemacht, dass am 18. Oktober 2018 ein „Cafe+“ stattfinden soll. Daraufhin wurde ein Text in deutscher Sprache formuliert. Die Gäste haben diese Information bekommen, haben darauf reagiert und sind gekommen. Niemand würde annehmen, dass diese Information zufällig entstanden sei. Information besteht immer aus einem SENDER (jemand, der sich Gedanken gemacht hat), aus einer SPRACHE, die von den Empfängern verstanden wird, und einem ZWECK, der eine Handlung hervorrufen soll. Ergebnisse solcher Informationen findet man in der Natur massenweise. Beispiele hierfür sind: Ein Spinnennetz Die Fäden, die „Spinnenseide“, sind viermal so belastbar wie Stahl und können sich um das drei- bis vierfache ihrer Länge ausdehnen, ohne zu reißen! Spinnennetze dienten seit jeher als Vorbild für Netze verschiedenster Art (Fischernetze, Tornetze im Sport, in der Architektur beispielsweise im Dach des Münchner Olympiastadions). Ameisen Sie bilden einen hochorganisierten Staat. Auch weisen sie sich in einem sehr komplizierten Vorgang gegenseitig auf Nahrung hin. Sie verwenden einen hoch entwickelten Informationsaustausch. Zugvögel Die Störche bleiben ihrer Partnerin und ihrem Nest ihr Leben lang treu. Sie treffen sich immer erst auf ihrem Nest und erkennen sich wieder. Die Jungstörche fliegen unabhängig von ihren Eltern in den Süden, sie wissen automatisch, wohin und auf welcher Route sie fliegen müssen. Die Information dafür ist in ihrem Erbgut gespeichert. Information hat immer das Ziel, etwas zu bewirken, etwas zu gestalten. Information ist wo etwas wie eine Gebrauchsanweisung für das Leben. Ein vergleichsweise einfaches Lebewesen wie das Coli-Bakterium enthält eine Informationsmenge von vier Millionen Buchstaben. Dafür bräuchten wir Menschen 400 DIN-A4-Seiten! Diese Information ist auf einem DNA-Molekül abgespeichert und wird durch einen sehr komplexen Vorgang in unglaublicher Schnelligkeit abgelesen. So ein einzelliges Bakterium arbeitet wie eine hoch organisierte chemische Fabrik, gesteuert durch die auf der DNA gespeicherte Information. Beim Menschen besteht der gesamte menschliche DNA-Bauplan aus 6 Milliarden genetischen Buchstaben, was einer Menge von 750.000 DIN-A4-Seiten entspricht! Die DNA ist ähnlich wie ein Wollknäuel wohlgeordnet in sich verdreht, um diese ungeheure Menge an Daten auf kleinstem Raum speichern zu können. Ein Wunderwerk der Schöpfung! Unsere Wissenschaft ist noch weit davon entfernt, auch nur annähernd eine solche Fülle an Information auf einem derart kleinen Raum speichern zu können. Information – die Tür zum Leben: Aber was heißt eigentlich „Leben“? Was unterscheidet Lebewesen von unbelebter Materie? Zum Beispiel der Stoffwechsel: ein Lebewesen nimmt Nahrung auf, verarbeitet sie und scheidet aus, was nicht gebraucht wird. Oder das Wachstum: ein Lebewesen kann seine Größe verändern. Oder Fortpflanzung: ein Lebewesen kann weitere Lebewesen produzieren und damit die Art erhalten. Oder Reaktion auf die Umgebung. Diese Anzeichen findet man in der unbelebten Natur nicht. Ein Stück Papier kann nicht wachsen, eine Zeitung kann sich nicht vergrößern. Die Zeitung enthält zwar viel an Information, aber die Zeitung selbst ist etwas Unbelebtes. Hinter der Information in der Zeitung steckt allerdings jemand, der sich viele Gedanken gemacht hat, der seine Gedanken in eine Sprache gebracht hat und der möchte, dass diese Gedanken mit Hilfe des Papiers und der Druckerschwärze zu bestimmten Empfängern transportiert werden, die diese Sprache verstehen und die dann auch auf diese übermittelte Information reagieren können. Auch die Gene in unseren Zellen tragen Informationen, die sich jemand ausgedacht haben muss, die jemand in dieser Sprache in der DNA aufgeschrieben hat und die dann zu Reaktionen in dieser Zelle führen, zu sinnvollen Handlungen. Die Ansammlung von Molekülen alleine macht aus unbelebter Materie nichts Lebendiges. Es müssen Informationen hinzukommen, die aus etwas Unbelebtem ein Lebewesen machen. Wie nun könnte das Leben auf dieser Erde...

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