Café + am 17.10.2019 Gleiche Chancen für alle

Neben Musik und Gemeinschaft bei Kaffee und Kuchen war das Referat zum Thema „Gleiche Chancen für alle“ das + dieser Veranstaltung – hier ein Auszug daraus:   Das Wort Chance kommt aus dem Französischen und bedeutet „günstige Gelegenheit“ oder „Eintrittswahrscheinlichkeit“. Man hat dieses Wort etwa beim Würfelspiel verwendet. Wenn man mit mehreren Leuten zusammen spielt und einer würfelt gleich beim ersten Mal die gewünschte 6, dann hat er seine Chance genutzt – die günstige Gelegenheit konnte er auf Anhieb wahrnehmen. Andere müssen vielleicht 3 oder 4 oder noch mehr Mal würfeln, bis endlich auch bei ihnen die 6 erscheint. Die Chance, beim ersten Mal die 6 zu würfeln, hatten sie offensichtlich nicht – oder vielleicht doch? Jeder Spieler verwendet ja denselben Würfel – und damit hat jeder Spieler auch die gleiche Chance, eine 6 zu würfeln. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit bei den 6 Möglichkeiten, die ein Würfel bietet, immer nur 1 von 6 – bei gleichen Ausgangspositionen sind die Ergebnisse doch immer sehr unterschiedlich. Manchmal ist man ja beinahe schon verzweifelt, wenn alle anderen laufend Sechsen würfeln – und bei mir kommt und kommt diese Zahl nicht. Gleiche Chancen für alle bedeutet hier: Jeder hat denselben Würfel – aber nicht bei jedem kommt das gleiche Ergebnis. Als Gegenteil von „Chance“ wird auch schon mal das Wort „Risiko“ verwendet. Das Risiko, mit einem Würfel eben keine 6 zu würfeln, ist ja deutlich größer als die Wahrscheinlichkeit, die Chance, dass die 6 erscheint. Es gibt ja immerhin noch 5 weitere Möglichkeiten auf dem Würfel. – Chance und Risiko hängen hier also direkt zusammen. Vom Würfelspiel können wir schon mal lernen: Jeder hat die gleichen Chancen – die Startbedingungen für jeden sind gleich – jeder hat den gleichen Würfel – aber das muss nicht zum gleichen Ergebnis führen. Gleiche Chancen für alle müssen nicht zum gleichen Ergebnis für alle führen. Übrigens – nicht jeder kann überhaupt würfeln. Ein 3 Wochen altes Baby kann vielleicht nach dem Würfel greifen, kann aber nicht den Würfel bewusst über den Tisch rollen lassen – dazu ist es noch nicht „erwachsen“ genug. Ist das jetzt ungerecht, wenn ein Baby nicht mit Würfeln kann? Wenn man von gleichen Chancen spricht, muss man die Möglichkeiten der jeweiligen Person berücksichtigen. Für jede Art von Lebewesen gibt es besonders geeignete Startbedingungen – die für andere vielleicht gar nicht geeignet erscheinen – aber gerade das meint Chancengleichheit – für jeden gibt es genau die für ihn geeigneten Startbedingungen. Für uns Menschen gilt übrigens ein Wort Jesu: Denn Gott lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Gott schenkt uns Menschen gute Startbedingungen – unabhängig davon, wie wir uns ihm gegenüber verhalten. Gott hat das ganze Universum so geschaffen, dass wir als Menschen die besten Voraussetzungen, die besten Startbedingungen für ein sinnvolles Leben vorfinden. Und nicht nur für uns – auch für eine beinahe unübersehbare Vielfalt von Tieren und Pflanzen. Ein Beispiel: Fische haben Kiemen – das sind Bereiche, in denen viele Blutgefäße sehr dicht an der Oberfläche liegen. Wenn da Wasser vorbeiströmt, können Fische durch die beinahe poröse Haut dieser Blutgefäße Sauerstoff aus dem Wasser entziehen – deshalb muss man ja auch in einem Aquarium immer für genügend Sauerstoff im Wasser sorgen. Umgekehrt geben die Fische durch die Kiemen auch wieder das in ihrem Körper entstandene CO2 an das Wasser ab – außerdem regeln sie darüber den Salzgehalt in ihrem Blut – dadurch können bestimmte Fische sowohl im salzigen Meer als auch in Süßwasser-Flüssen leben – sie können sich entsprechend anpassen – was wir als Menschen mit unseren Lungen allerdings überhaupt nicht können. Fische haben...

mehr