Café + am 23.4.2020 David – zwischen Gottvertrauen und tiefen Nöten

Café + April 2020 – Referentin Gretchen Hilbrands Thema: David – zwischen Gottvertrauen und tiefen Nöten. Aufnahmeleitung: Alexander Loh Man kann dieses Video gerne auch unter Freunden und Bekannten publik machen. Wir sehen es als Chance an, auch so Gottes Wort weiter zu geben.

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Café + am 20.2.2020 Rückwärts verstehen – vorwärts leben

Café + öffnete am Donnerstag, 20. Februar 2020, um 15:00 Uhr. Neben Kaffee, Kuchen, guten Gesprächen, Musik wurde das Thema „Rückwärts verstehen, vorwärts leben“ angeboten. Referent war Pastor Udo Vach, Jahrgang 50, verheiratet, 3 erwachsene Kinder, wohnhaft in Waldsolms-Kröffelbach, ehemaliger Programmdirektor von ERF-Medien

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Café + am 17.10.2019 Gleiche Chancen für alle

Neben Musik und Gemeinschaft bei Kaffee und Kuchen war das Referat zum Thema „Gleiche Chancen für alle“ das + dieser Veranstaltung – hier ein Auszug daraus:   Das Wort Chance kommt aus dem Französischen und bedeutet „günstige Gelegenheit“ oder „Eintrittswahrscheinlichkeit“. Man hat dieses Wort etwa beim Würfelspiel verwendet. Wenn man mit mehreren Leuten zusammen spielt und einer würfelt gleich beim ersten Mal die gewünschte 6, dann hat er seine Chance genutzt – die günstige Gelegenheit konnte er auf Anhieb wahrnehmen. Andere müssen vielleicht 3 oder 4 oder noch mehr Mal würfeln, bis endlich auch bei ihnen die 6 erscheint. Die Chance, beim ersten Mal die 6 zu würfeln, hatten sie offensichtlich nicht – oder vielleicht doch? Jeder Spieler verwendet ja denselben Würfel – und damit hat jeder Spieler auch die gleiche Chance, eine 6 zu würfeln. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit bei den 6 Möglichkeiten, die ein Würfel bietet, immer nur 1 von 6 – bei gleichen Ausgangspositionen sind die Ergebnisse doch immer sehr unterschiedlich. Manchmal ist man ja beinahe schon verzweifelt, wenn alle anderen laufend Sechsen würfeln – und bei mir kommt und kommt diese Zahl nicht. Gleiche Chancen für alle bedeutet hier: Jeder hat denselben Würfel – aber nicht bei jedem kommt das gleiche Ergebnis. Als Gegenteil von „Chance“ wird auch schon mal das Wort „Risiko“ verwendet. Das Risiko, mit einem Würfel eben keine 6 zu würfeln, ist ja deutlich größer als die Wahrscheinlichkeit, die Chance, dass die 6 erscheint. Es gibt ja immerhin noch 5 weitere Möglichkeiten auf dem Würfel. – Chance und Risiko hängen hier also direkt zusammen. Vom Würfelspiel können wir schon mal lernen: Jeder hat die gleichen Chancen – die Startbedingungen für jeden sind gleich – jeder hat den gleichen Würfel – aber das muss nicht zum gleichen Ergebnis führen. Gleiche Chancen für alle müssen nicht zum gleichen Ergebnis für alle führen. Übrigens – nicht jeder kann überhaupt würfeln. Ein 3 Wochen altes Baby kann vielleicht nach dem Würfel greifen, kann aber nicht den Würfel bewusst über den Tisch rollen lassen – dazu ist es noch nicht „erwachsen“ genug. Ist das jetzt ungerecht, wenn ein Baby nicht mit Würfeln kann? Wenn man von gleichen Chancen spricht, muss man die Möglichkeiten der jeweiligen Person berücksichtigen. Für jede Art von Lebewesen gibt es besonders geeignete Startbedingungen – die für andere vielleicht gar nicht geeignet erscheinen – aber gerade das meint Chancengleichheit – für jeden gibt es genau die für ihn geeigneten Startbedingungen. Für uns Menschen gilt übrigens ein Wort Jesu: Denn Gott lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Gott schenkt uns Menschen gute Startbedingungen – unabhängig davon, wie wir uns ihm gegenüber verhalten. Gott hat das ganze Universum so geschaffen, dass wir als Menschen die besten Voraussetzungen, die besten Startbedingungen für ein sinnvolles Leben vorfinden. Und nicht nur für uns – auch für eine beinahe unübersehbare Vielfalt von Tieren und Pflanzen. Ein Beispiel: Fische haben Kiemen – das sind Bereiche, in denen viele Blutgefäße sehr dicht an der Oberfläche liegen. Wenn da Wasser vorbeiströmt, können Fische durch die beinahe poröse Haut dieser Blutgefäße Sauerstoff aus dem Wasser entziehen – deshalb muss man ja auch in einem Aquarium immer für genügend Sauerstoff im Wasser sorgen. Umgekehrt geben die Fische durch die Kiemen auch wieder das in ihrem Körper entstandene CO2 an das Wasser ab – außerdem regeln sie darüber den Salzgehalt in ihrem Blut – dadurch können bestimmte Fische sowohl im salzigen Meer als auch in Süßwasser-Flüssen leben – sie können sich entsprechend anpassen – was wir als Menschen mit unseren Lungen allerdings überhaupt nicht können. Fische haben...

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Café + am 15.8.2019 Der Wert der Freundschaft

Am 15. August 2019 öffnete wieder Café + – und viele Besucher kamen, um zunächst Kaffee, Kuchen, Gespräche zu genießen – sich an Klaviersoli, vorgetragen von Lydia Buchmüller, zu erfreuen und auch gemeinsam Lieder zu singen – um dann auf einen Vortrag von Pastor Thorsten Lehr, Gießen, zu hören. In einer Vorbemerkung führte der Referent aus, dass wir Menschen als soziale Wesen, als Beziehungswesen von Gott geschaffen sind. Der Mensch ist in der Lage, Beziehungen zu anderen Menschen aufzunehmen. Wir leben heute in einer total vernetzten Welt. Man kann viel mehr reisen als früher – man kann viel schneller und häufiger Kontakte zu anderen knüpfen. Aber viele Menschen beklagen auch, dass solche Kontakte oft nur sehr oberflächlich sind. So kann man etwa bei facebook in kurzer Zeit jede Menge „Freunde“ gewinnen, mit denen man aber dann kaum weiteren Kontakt hat. – Bei allen Begegnungsmöglichkeiten, die man heute hat, erlebt man doch, dass unsere Gesellschaft unter großer Vereinsamung leidet. So lebt in Deutschland jede 5, Person in einem Einzelhaushalt – und da zieht schnell Einsamkeit ein – daher ist das Thema „Freundschaft“ außerordentlich aktuell. Dem Referenten ging es in seinem Vortrag aber nicht um die Frage, wie kann ich neue Freunde gewinnen – sein Thema war die Frage, wie man Beziehungen, die man bereits hat, vertiefen kann und welche Herzenshaltung nötig ist, damit aus oberflächlichen Beziehungen echte Freundschaften werden können. Anhand der Berichte über David und Jonathan wurden dann fünf Herzenshaltungen ausgeführt, die zu echten Freundschaften führen. Erstens: Gute Beziehungen sind verbindlich. David und Jonathan schließen einen Freundschaftsbund (1.Samuel 18, 1 + 3) – sie übernehmen Verantwortung füreinander, sie verpflichten sich, für den anderen da zu sein – nicht nur miteinander Spaß zu haben, sondern gerade auch in schwierigen Situationen dem anderen beizustehen. Jonathan wurde kurz darauf hart auf die Probe gestellt. Er erfuhr, dass sein Vater Saul, der noch König von Israel war, seinen Freund David töten wollte. Er warnt David, obwohl er damit sein eigenes Leben riskiert. Gute Beziehungen sind verbindlich – auch wenn es etwas kostet. Als neueres Beispiel, sozusagen als David und Jonathan des Wilden Westens, wurden Old Shatterhand und Winnetou angeführt, diese fiktiven Gestalten von Karl May. – Wir brauchen heute mehr positive Beispiele für solche verbindlichen Beziehungen, solche Freundschaften – Menschen, die sagen: Ich stehe zu dir, in guten wie in schwierigen Zeiten! Solche Freundschaften brauchen Zeit, sie müssen wachsen, aber sie beginnen mit einer Herzenshaltung, der Bereitschaft, sich auf den anderen einzulassen. Zweitens: Gute Beziehungen sind großzügig und suchen nicht den eigenen Vorteil. Jonathan gab David seinen Rock, seine Rüstung, sein Schwert, seinen Bogen und seinen Köcher (1.Sam 18, 3 + 4). Jonathan lässt sich seine Freundschaft zu David etwas kosten – diese wertvollen Geschenke sind ein Ausdruck seiner Großzügigkeit. Dazu kommt die tiefe Symbolik: Jonathan als Königssohn übergibt die Zeichen seiner Würde an David und macht damit deutlich, dass David der zukünftige König sein soll – so wie Gott es vorgesehen hat. Jonathan verzichtet auf diese zukünftige Königswürde zugunsten Davids. Wenn es in freundschaftlichen Beziehungen nur darum geht, dass ich etwas davon habe, dann wird es schwierig. Wie viele Freundschaften sind schon daran zerbrochen, dass Eifersucht aufkam, Missgunst oder Machterhalt eine Rolle spielte. Gute Beziehungen sind großzügig und suchen nicht den eigenen Vorteil. Drittens: Zu guten Beziehungen gehören auch gute Worte Und Jonathan redete das Beste über David mit seinem Vater Saul (1. Samuel 19,4).. Wenn man über andere Menschen redet, wird doch oft das Negative ausgesprochen. David hatte sicher auch Fehler und Schwachstellen, aber Jonathan redete nur das Beste über ihn. Wie viele Freundschaften sind schon zerbrochen, weil man schlecht übereinander...

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Café+ am 13.6.2019 – Die Pilgerreise – John Bunyan und sein Weltbestseller

Referent dieses 63. Café+ war der Historiker Dr. Jan Carsten Schnurr. Er lehrt und forscht an der „Freien Theologischen Hochschule“ in Gießen zu den Themen Kirchengeschichte und Apologetik. Sein Thema an diesem Nachmittag war das Buch „Die Pilgerreise“ von John Bunyan, ein Klassiker der Weltliteratur, ist es doch in mehr als 200 Sprachen und Dialekte übersetzt worden. Das Werk erschien im Jahr 1678 und war von einem einfachen englischen Kesselflicker, einem Handwerker, der fast keine Schulbildung genossen hatte, verfasst worden. John Bunyan war 1628 geboren worden, mitten in einer von Katastrophen erschütterten Epoche (etwa dem Dreißigjährigen Krieg auf dem europäischen Festland). Bei seinem Vater hatte er schon früh das Handwerk des Kesselflickers oder Messingschmieds gelernt: Seine Arbeit bestand darin, herumzuziehen und kaputte Pfannen, Kochtöpfe und andere Metallgegenstände zu reparieren. Es war ein körperlich anstrengender und gesellschaftlich nicht sehr angesehener Beruf. In den 1640er Jahren brach in England ein Bürgerkrieg aus und Bunyan wurde mit 16 Jahren eingezogen. Einmal, als er zu einer Belagerung aufbrechen sollte, bat ihn einer seiner Kameraden, ob er mit ihm tauschen könne. Er war einverstanden und dieser Kamerad wurde dann bei der Belagerung durch einen Kopfschuss getötet. Es muss den jungen Bunyan sehr beschäftigt haben, dem Tod so knapp entkommen zu sein. Offener für Gott wurde er dadurch aber nicht, eher im Gegenteil. Es war ein raues Milieu, in dem er lebte und das eigentlich gut zu ihm passte. Er war (so schreibt er später) gewohnt zu fluchen, zu lügen und den Namen Gottes zu lästern. Zudem starben in dieser Zeit direkt hintereinander seine Mutter und seine Schwester und sein Vater heiratete nach nur einem Monat eine neue Frau. Nachdem John Bunyan die Armee verlassen hatte, arbeitete er wieder als Kesselflicker und heiratete. Sie bekamen eine Tochter, die jedoch blind geboren wurde, danach noch drei weitere Kinder. Seine Frau hatte zwei christliche Erbauungsbücher mit in die Ehe gebracht, in denen sie gemeinsam lasen. So begann Bunyan sich für den christlichen Glauben zu interessieren. Bis er jedoch zu einem festen und fröhlichen Glauben kam, war es ein langer und ausgesprochen schwerer Weg. Eines Tages traf er auf einige Frauen, die sich über den Glauben unterhielten und er kam mit ihnen ins Gespräch. Von ihren Aussagen her zu schließen waren sie tief überzeugt von ihrer eigenen Sünde; trotzdem sprachen sie fröhlich von Jesus Christus. Das beeindruckte ihn, weil er so etwas nicht kannte, und er ging mit in eine kleine baptistische Gemeinde. So lernte er John Gifford, den Pastor der Gemeinde, kennen. Gifford wurde sein Mentor und hat ihn sehr geprägt. Viele meinen, Gifford sei das Vorbild für die Figur des Evangelisten in der „Pilgerreise“. Bunyan lies sich taufen und schloss sich der Gemeinde an. Auch las er jetzt selbst sehr intensiv in der Bibel. Allerdings litt er unter extremen inneren Kämpfen. Er zweifelte manchmal, ob der christliche Glaube wahr sei – warum sollten z. B. die Christen Recht und die Muslime Unrecht haben? Häufiger quälten ihn auch Zweifel, ob er wirklich von Gott angenommen sei. Noch schlimmer war, dass er das Gefühl hatte, der Teufel würde ihm permanent einflüstern, sich von Jesus Christus loszusagen. Und eines Morgens hatte er den Eindruck, er hätte dieser teuflischen Eingebung innerlich nachgegeben. Einige Jahre lang hat er deshalb mit der Vorstellung gekämpft, er habe die Sünde gegen den Heiligen Geist begangen und es gebe deshalb für ihn keine Vergebung. Es war für Bunyan eine furchtbare Zeit. Aber eines Tages, als der draußen auf dem Feld war, kam ihm ganz plötzlich ein Gedanke in den Sinn: „Deine Gerechtigkeit ist im Himmel.“ Als Christ war er doch jemand, der Jesus seine Gerechtigkeit...

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