Café + am 5. Oktober 2017 Johann Sebastian Bach

Ein so richtig herbstlicher Tag, dieser 5. Oktober 2017: Regen, Sturmböen, die Blätter fallen… Umso gemütlicher ist es, sich an einem solchen Tag zu treffen, um gemeinsam bei Kaffee und Kuchen etwas Neues über den Großmeister der Musik, Johann Sebastian Bach, zu erfahren und sich von dessen Musik bezaubern zu lassen.

Dafür war mit Dr. Walter Hilbrands ein äußerst kompetenter Referent eingeladen worden. Dr. Hilbrands, ein ausgezeichneter Organist und Orgelkenner, der darüber auch schon vieles veröffentlicht hat, ist Theologe und arbeitet an der Freien Theologischen Hochschule (FTH) in Gießen als Dozent und Dekan.

Johann Sebastian Bach hat in seinen Oratorien und Kantaten regelrechte Bibelauslegungen betrieben. 1685 in Eisenach als achtes Kind geboren, wurde er nicht als ein Wunderkind angesehen, denn die Familie Bach war schon seit sechs Generationen als Musiker bekannt gewesen. Auch Bachs Nachfahren sind vielfach Musiker geworden. Bereits mit zehn Jahren wurde Johann Sebastian Bach Vollwaise und kam zu seinem älteren Bruder, Johann Christoph, einem Klavierspieler, Organisten und Schüler von Johann Pachelbel. Bach war bereits als Junge in Sachen Musik außerordentlich lernbegierig. Zudem besuchte er eine lutherische Klosterschule, in der Musik sehr gefördert wurde.

Mit 18 Jahren hat Bach bereits eine Organistenstelle inne, auch seine berühmte „Toccata in D-moll“ entstand in dieser Zeit. Er war als Organist und gefürchteter Orgelprüfer bekannt. In Lübeck hatte er sich bei Dietrich Buxtehude fortgebildet.

1707 zog Bach nach Mühlhausen um, wo er Maria Barbara heiratete. Dieser Ehe entstammten sieben Kinder, von denen vier in jungen Jahren verstarben. Dort und später in Weimar schrieb er viele seiner Kantaten, Choräle, Arien und vertonte Bibeltexte. In Bachs Musik wird auch sein Glaube deutlich. Er sieht in die Schöpfung und sieht dort alles wunderbar gemacht, von großer Harmonie geprägt, auch wenn immer wieder mal Dissonanzen anklingen. Bach war überzeugt, dass Gott die Schöpfung gut, schön, wohlgeordnet und zweckmäßig gemacht hat.

Später ging es nach Leipzig an die Thomaskirche, wo er Musikdirektor wurde und 27 Jahre dort blieb. Auch dort schrieb er viele Kantaten und fünf Passionen. Hier heiratete er Anna Magdalena und die beiden bekamen 13 Kinder, von denen nur sechs älter geworden sind. Bach selbst ist mit 65 Jahren gestorben. Er hinterließ nicht viel Geld, aber 19 Musikinstrumente und eine große theologische Bibliothek.

Die Musik und die Texte des Weihnachtsoratoriums spiegeln in besonderer Weise Bachs tiefen Glauben wider:

„Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage,
rühmet, was heute der Höchste getan!
Lasset das Zagen, verbannet die Klage,
Stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an!
Dienet dem Höchsten mit herrlichen Chören,
Lasst und den Namen des Herrschers verehren!“

„Wie soll ich Dich empfangen, und wie begegn ich Dir“ wurde als Choral mit eingefügt, damit auch die Zuhörer mitsingen konnten und auch heute noch können. Das schlägt die Brücke zu uns selbst: Wie gehen wir damit um, dass Gott Mensch wird und wie kann er bei uns einkehren? Interessant ist, dass dieser Choral nach der Melodie „Oh Haupt voll Blut und Wunden“ gesungen wird, also nach einem Passionslied! Bereits in der Krippe beginnt der Leidensweg Jesu. „Krippe und Kreuz sind aus einem Holz“ sagt man. Gott wird den Menschen gleich und kennt die Tiefen des Lebens.

Die wunderbare Musik noch im Ohr kann man sich schon auf das nächste Café+ im Advent am 7.12. freuen. Zur Verabschiedung gab es noch das Wort zum Donnerstag mit auf den Weg: „ Die Freude am HERRN ist eure Stärke“ (Nehemia 8,10b)