Café+ am 13.6.2019 – Die Pilgerreise – John Bunyan und sein Weltbestseller

Referent dieses 63. Café+ war der Historiker Dr. Jan Carsten Schnurr. Er lehrt und forscht an der „Freien Theologischen Hochschule“ in Gießen zu den Themen Kirchengeschichte und Apologetik. Sein Thema an diesem Nachmittag war das Buch „Die Pilgerreise“ von John Bunyan, ein Klassiker der Weltliteratur, ist es doch in mehr als 200 Sprachen und Dialekte übersetzt worden. Das Werk erschien im Jahr 1678 und war von einem einfachen englischen Kesselflicker, einem Handwerker, der fast keine Schulbildung genossen hatte, verfasst worden. John Bunyan war 1628 geboren worden, mitten in einer von Katastrophen erschütterten Epoche (etwa dem Dreißigjährigen Krieg auf dem europäischen Festland). Bei seinem Vater hatte er schon früh das Handwerk des Kesselflickers oder Messingschmieds gelernt: Seine Arbeit bestand darin, herumzuziehen und kaputte Pfannen, Kochtöpfe und andere Metallgegenstände zu reparieren. Es war ein körperlich anstrengender und gesellschaftlich nicht sehr angesehener Beruf. In den 1640er Jahren brach in England ein Bürgerkrieg aus und Bunyan wurde mit 16 Jahren eingezogen. Einmal, als er zu einer Belagerung aufbrechen sollte, bat ihn einer seiner Kameraden, ob er mit ihm tauschen könne. Er war einverstanden und dieser Kamerad wurde dann bei der Belagerung durch einen Kopfschuss getötet. Es muss den jungen Bunyan sehr beschäftigt haben, dem Tod so knapp entkommen zu sein. Offener für Gott wurde er dadurch aber nicht, eher im Gegenteil. Es war ein raues Milieu, in dem er lebte und das eigentlich gut zu ihm passte. Er war (so schreibt er später) gewohnt zu fluchen, zu lügen und den Namen Gottes zu lästern. Zudem starben in dieser Zeit direkt hintereinander seine Mutter und seine Schwester und sein Vater heiratete nach nur einem Monat eine neue Frau. Nachdem John Bunyan die Armee verlassen hatte, arbeitete er wieder als Kesselflicker und heiratete. Sie bekamen eine Tochter, die jedoch blind geboren wurde, danach noch drei weitere Kinder. Seine Frau hatte zwei christliche Erbauungsbücher mit in die Ehe gebracht, in denen sie gemeinsam lasen. So begann Bunyan sich für den christlichen Glauben zu interessieren. Bis er jedoch zu einem festen und fröhlichen Glauben kam, war es ein langer und ausgesprochen schwerer Weg. Eines Tages traf er auf einige Frauen, die sich über den Glauben unterhielten und er kam mit ihnen ins Gespräch. Von ihren Aussagen her zu schließen waren sie tief überzeugt von ihrer eigenen Sünde; trotzdem sprachen sie fröhlich von Jesus Christus. Das beeindruckte ihn, weil er so etwas nicht kannte, und er ging mit in eine kleine baptistische Gemeinde. So lernte er John Gifford, den Pastor der Gemeinde, kennen. Gifford wurde sein Mentor und hat ihn sehr geprägt. Viele meinen, Gifford sei das Vorbild für die Figur des Evangelisten in der „Pilgerreise“. Bunyan lies sich taufen und schloss sich der Gemeinde an. Auch las er jetzt selbst sehr intensiv in der Bibel. Allerdings litt er unter extremen inneren Kämpfen. Er zweifelte manchmal, ob der christliche Glaube wahr sei – warum sollten z. B. die Christen Recht und die Muslime Unrecht haben? Häufiger quälten ihn auch Zweifel, ob er wirklich von Gott angenommen sei. Noch schlimmer war, dass er das Gefühl hatte, der Teufel würde ihm permanent einflüstern, sich von Jesus Christus loszusagen. Und eines Morgens hatte er den Eindruck, er hätte dieser teuflischen Eingebung innerlich nachgegeben. Einige Jahre lang hat er deshalb mit der Vorstellung gekämpft, er habe die Sünde gegen den Heiligen Geist begangen und es gebe deshalb für ihn keine Vergebung. Es war für Bunyan eine furchtbare Zeit. Aber eines Tages, als der draußen auf dem Feld war, kam ihm ganz plötzlich ein Gedanke in den Sinn: „Deine Gerechtigkeit ist im Himmel.“ Als Christ war er doch jemand, der Jesus seine Gerechtigkeit...

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Café + am 11.4.2019 Markt – Platz der vielen Möglichkeiten

Markt – Platz der vielen Möglichkeiten Viele Geschäfte haben sich zu dem sogenannten Marketplace, dem Marktplatz zusammengeschlossen und bieten ihre Waren unter der Regie von Amazon an. Dadurch wird das Warenangebot von Amazon stark erweitert – eine Vielzahl von Möglichkeiten wird dem Internetnutzer angeboten: Marketplace, Markt – Platz der vielen Möglichkeiten – fast alles kann man dort kaufen. In einem Supermarkt findet man gut 10.000 Artikel – im Internet geht die Zahl in die Hunderttausende. Im Zeitalter des Individualismus möchte gerne jeder seinem eigenen Geschmack folgen und liebt deshalb die möglichst große Auswahl – mit der angestrebten Digitalisierung soll das in vielen Bereichen noch viel einfacher möglich werden. Die technische Entwicklung hat sich in den letzten Jahren förmlich überschlagen – immer schneller folgten Erfindungen aufeinander, die unser Leben deutlich beeinflusst haben. Taschenrechner – Telefon – Handy – Nimmt man heute ein Handy in die Hand, dann hat man nicht nur ein Telefon, sondern einen Fotoapparat, einen Taschenrechner, ein Navigationsgerät, eine Wetterstation, einen Rundfunk- und Fernsehempfänger, jede Menge Nachschlagewerke und noch viel mehr in der Hand. Bei den Internet-Nachschlagewerken stoßen wir allerdings auch auf ein grundsätzliches Problem unserer schnelllebigen Zeit – die Zuverlässigkeit der Informationen in diesem Nachschlagewerk ist oft nicht gewährleistet. Die Ursache liege in der sogenannten Demokratisierung der Einträge – wenn möglichst viele Leute einen Eintrag für richtig empfinden, dann soll er gelten – aber das sei kein Kriterium für die Wahrheit. Und das ist ja auch tatsächlich so: Man kann die Wahrheit nicht durch eine Entscheidung der Mehrheit bestimmen – es müssen Sachgründe herangezogen werden. Ein Beispiel aus dem Bereich Physik aus der Vergangenheit: Die Mehrheit der Physiker war der Meinung, dass es im Weltall einen Stoff geben müsse, den man Äther nannte. Aber die Mehrheit der Naturwissenschaftler hatte Unrecht, wie man dann bald feststellen musste – diesen Äther gibt es nicht Heute ist das Internet ein Platz enorm vieler Möglichkeiten – jeder kann dort seine Ansichten veröffentlichen, ein Platz beinahe unvorstellbar vieler Veröffentlichungen. Man schätzt, dass alleine in Deutschland täglich eine Zeichenmenge von etwa 1 Exabyte mit dem Internet ausgetauscht wird – ein Exabyte ist eine 1 mit 18 Nullen – das ist vergleichbar mit der mehr als 2500-fachen Datenmenge aller Bücher, die je geschrieben wurden. Ein unüberschaubarer riesiger Platz beinahe unendlicher Möglichkeiten! Kann man sich da überhaupt noch zurecht finden? Ein Arzt sagt dazu: Das Internet kann Menschen miteinander verbinden. Aber wenn es zur Sucht wird, führt es im realen Leben zur Vereinsamung. Betroffene sollten dann nicht zögern, professionelle Hilfe zu suchen. (Marian Grosser, Arzt) Das Internet als Platz der vielen Möglichkeiten bietet neben mancherlei schädlichen Einflüssen aber auch hilfreiche Möglichkeiten. Ich kann heute im Internet die Telefonnummer eines Restaurants, wo ich einen Tisch reservieren möchte, schneller herausfinden, als wenn ich das Telefonbuch hervorholen und darin blättern muss. Ich kann jede Woche auf der Internetseite unserer Gemeinde nachsehen, wer am nächsten Sonntag im Gottesdienst predigen wird. Manches ist nicht unbedingt notwendig, was man an neuen Errungenschaften vorfindet – Manches kann aber auch recht hilfreich sein. Aber was ist gut, hilfreich – was weniger gut, schädlich? Karl Steinbach, der 2005 verstorben war: „Nichts zwingt den Menschen, die ungeheuren Möglichkeiten der Wissenschaft und Technik zu seinem Unheil zu verwenden, – alle Wege sind offen, Wissenschaft und Technik zu seinem Wohle zu verwenden“. Der Markt – der Platz der heute unüberschaubar vielfältigen Möglichkeiten – besteht aus oft schwer zu bewertenden Bereichen – wobei  diese vielfältigen Möglichkeiten auch von Menschen genutzt werden, die uns Unheil bringen wollen, die uns mit schädlichen Einflüssen zu manipulieren versuchen, die uns – auch gerade als Christen – zu widergöttlichem Verhalten verführen – oft so raffiniert, dass wir es gar nicht oder kaum bemerken können. Markt...

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Café+ am 14.2.2019 DIe Macht der Gedanken

Cafe+ am 14.2.2019 mit Gretchen Hilbrands Vieles in unserem Alltag wird durch unsere Gedanken bestimmt. Oft ist uns nicht klar, welche Macht unsere Gedanken über uns haben und dass wir dieser Macht aber nicht hilflos ausgeliefert sind. Wir können sie beeinflussen. Wie, das erklärte die Referentin, Gretchen Hilbrands, an diesem Nachmittag im „Café+“ und als Grundlage ihres Vortrags diente ihr neues Buch „Schluss mit dem Gedankenkarussell – Wie Sie innerlich zur Ruhe kommen“ (Brunnen-Verlag Gießen, 2019): Hinführend zum Thema zitierte Frau Hilbrands den Anfang ihres Buches: Als ich eine junge Mutter war Es ist ein Abend, wie sie in meiner Situation als junge Mutter und Ehrenamtliche so typisch sind. Zwei, manchmal drei oder vier Abende in der Woche sind mit Sitzungen, Veranstaltungen, Frauentreffs, Chor, Elternabenden oder Ähnlichem ausgefüllt. Natürlich nicht alle jede Woche, aber zwei Abende die Woche bin ich mindestens außer Haus. Aus dem vollem Alltag hinein in die Abendveranstaltung. Hier treffen sich Menschen, die ähnliche Anliegen und Interessen haben oder deren Kinder in derselben Schule oder Klasse sind. Hier wird erlebt, geredet, kontrovers diskutiert. Manche Äußerung fällt, manche Entscheidung wird getroffen. Viele beteiligen sich an der Diskussion, viele äußern sich, ich auch. Todmüde falle ich zu Hause ins Bett und wache nachts mit Gedanken auf, die mich sofort hellwach werden lassen. Ist die Entscheidung, die wir getroffen haben, richtig? War der Ansatz, den wir gewählt haben, korrekt? Warum hat XY dies und das gesagt? Warum hat er mich dabei so merkwürdig angesehen? Warum waren alle plötzlich still, als ich meine Meinung geäußert habe? Ist das, was ich denke, was ich sage, noch gesellschaftlich aktuell? Wollen die anderen das überhaupt? Bin ich in den Augen der anderen skurril? Merkwürdig? Habe ich überholte Ansichten? Oder zu fortschrittliche? Habe ich zu viel gesagt? Zu wenig? Das Falsche? Das Richtige? Was haben die anderen nur über mich gedacht, als ich … Gedanke über Gedanke stapelt sich auf, wird voluminöser, schweißtreibender, raubt mir den Schlaf. Ich denke. Ich kann nicht mehr einschlafen. Stunde um Stunde verrinnt, macht mich immer ärgerlicher, weil ich meinen Schlaf brauche, er sich aber nicht erzwingen lässt. Ich stehe auf. Werde müde, versuche weiterzuschlafen. Fast gelingt es mir einzuschlafen, doch der erste Gedanke erkämpft sich erneut heimtückisch seinen Platz … und wieder bin ich hellwach. Und mein Gedankenkarussell setzt sich erneut in Bewegung.  Mach dir doch nicht so viele Gedanken „Mensch, mach dir doch nicht so viele Gedanken!“ Wer hat das noch nicht gesagt bekommen oder diesen Ratschlag schon an andere verteilt? „Mach dir doch nicht …“ Der Rat ist schnell ausgesprochen, zumindest, wenn es um andere geht. Es fällt uns sofort auf, wenn bei anderen die Gedanken auf Karussellfahrt gehen und manches Mal die Sachlichkeit auf der Strecke bleibt. Das Kreisen der Gedanken ist vielen wohlvertraut. Insbesondere nachts finden sich zahlreiche Mitreisende im Gedankenkarussell. Wir Menschen machen uns nun mal Gedanken. Und das ist auch gut so. Unser Leben will gelebt, Entscheidungen wollen getroffen werden. Wir brauchen Antworten und Lösungen für den Alltag, für das Heute und das Morgen. Die Zukunft will gestaltet werden, wohlüberlegt sein. Vorsorge benötigt zielorientiertes Handeln, welches auf vorherigem Nachdenken basiert. Gespräche wollen gedanklich vorbereitet werden, gerade dann, wenn sie Konfliktpotenzial enthalten. Probleme stellen sich uns in den Weg, wir müssen sie durchdenken, um sie bearbeiten zu können. Wehe dem, der leichtsinnig und unbedacht in den Tag hinein lebt und sich erst Gedanken macht, wenn sich die Probleme aufgetürmt haben und das Denken vom Handeln-Müssen überrollt wird. Denken ist also wichtig und richtig. Denken muss und darf sein. Nur nachts nicht, wenn wir um unseren sauer verdienten Schlaf mit den Gedanken im regelrechten...

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Café + am 29.11.2018 Lieder und Worte zum Advent

Café+ am 29. November 2018: „Lieder und Worte zum Advent“ Die Einstimmung auf Weihnachten erfolgte im „Café+“ an einem trüben Novembernachmittag vor dem ersten Advent. Der Besuch erwies sich wieder einmal als äußerst lohnend, denn Café+ bot ein ansprechendes adventliches Potpourri aus Musik, Bibelzitaten und Textbeiträgen sowie reichlich kulinarische Genüsse. Nach einer schönen musikalischen Improvisation am Clavinova durch Lydia Buchmüller begrüßte Ruth Robles die Gäste und erzählte zu Beginn ein Weihnachtserlebnis aus ihrer Kindheit 1978, welches das letzte Weihnachten war, bevor ihr Vater verstarb: Hinter dem Weihnachtsbaum stand ein riesiger Karton, schön in Weihnachtspapier eingewickelt und im Weihnachtsbaum selbst, auf einem der Äste, war ein ganz kleines Kästchen, auch als Weihnachtsgeschenk eingepackt. Alle fünf Kinder waren sehr neugierig. Aber der große Kasten wurde an Mama übergeben – und das kleine Kästchen bekam Ruth. Darin war eine Kette mit einem goldenen Anhänger. Auf diesem Anhänger ist hinten ihr Geburtsdatum eingraviert und vorne steht: „Jesus salva“. „Jesus rettet“. Die Kette, das kleine, unscheinbare Geschenk, begleitet sie seit 40 Jahren! Und heute, in diesem Café+, geht es um ein Geschenk, das uns schon viel länger begleitet. „Macht hoch die Tür“, gemeinsam gesungen, deutete dann bereits auf das Geschenk, das wir in Jesus haben, hin. Die Zeit für Kaffee, Kuchen, Schnittchen und guten Gesprächen wurde von Lydia Buchmüller am Clavinova mit einer einfühlsamen Improvisation eines russischen Weihnachtsliedes beendet. Doris Loh leitete dann mit einem Erlebnis aus Marbella in Spanien zu dem ersten Lied des Singeteams über. Ihr Mann und sie hatten dort versucht, die Menschen mit dem Evangelium bekannt zu machen. Sie trafen dort Deutsche, die sehr wenig oder auch gar nichts von der Bibel kannten. Ein Mann wollte auf keinen Fall eine Bibel in die Hand nehmen, aber er tat es schließlich doch und seine Frau sagte zu ihm: „Statt dir abends immer Märchen vorzulesen, lese ich dir ab heute aus der Bibel vor.“ Und um die Bücher der Bibel besser kennen zu lernen, sangen sie mit den Leuten ein Lied, in welchem sämtliche Bücher des Neuen Testamentes vorkommen. Dieses Lied durften die Café+ – Gäste nun auch lernen. Wolfram Eberius brachte zwei Titel auf seiner Flöte zu Gehör, begleitet von Klaus Loh am Klavier – und dann folgten im Wechsel Lieder – vom Singeteam und Lydia Buchmüller unter der Leitung von Doris Loh  vorgetragen – und Bibeltexte zum Advent – etwa „Herbei, o ihr Gläubigen“ oder „Tochter Zion“ – gemeinsam mit den Besuchern gesungen. In Bezug auf Engel erfreute Doris Loh die Gäste mit einer Geschichte über ein Krippenspiel, in dem ein kleiner Junge sich besser als Engel anstatt als der ablehnende Wirt, den er eigentlich hatte spielen sollen, eignete.  Das beeindruckende Lied „Das wünsch ich mir“ mit dem Refrain „Frieden für die ganze Welt“, war dann auch die Überleitung zu einer Kurzandacht von Klaus Loh, der auf den Satz der Engel damals einging: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Menschen versuchen seit vielen Jahrtausenden immer wieder, Frieden auf Erden herzustellen. Damals zur Zeit Jesu gab es tatsächlich eine Phase, in der man von der ´Pax Romana`, dem ´Römischen Frieden`, sprach. Es war gelungen, die Welt einigermaßen zu befrieden. Aber auch dieser Friede musste immer wieder mit Gewalt hergestellt werden. Kriege waren damit nicht ausgerottet worden und bestimmen das Leben der Menschen bis heute. Karl May schrieb in seinem Werk ´Und Friede auf Erden`, dass Humanität und das Göttliche im Menschen schließlich Frieden stiften werden. Aber auch diese Versuche sind bis heute immer wieder gescheitert. Dieser himmlische Frieden kommt nur durch den Herrn Jesus Christus zu den Menschen seines Wohlgefallens, den Menschen,...

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Café + am 18.10.2018 „Information – die Tür zum Leben“

Information – was ist das eigentlich? Am Beispiel der Gäste erklärte der Referent Klaus Loh den Begriff „Information“: Ganz am Anfang haben einige Leute sich Gedanken gemacht, dass am 18. Oktober 2018 ein „Cafe+“ stattfinden soll. Daraufhin wurde ein Text in deutscher Sprache formuliert. Die Gäste haben diese Information bekommen, haben darauf reagiert und sind gekommen. Niemand würde annehmen, dass diese Information zufällig entstanden sei. Information besteht immer aus einem SENDER (jemand, der sich Gedanken gemacht hat), aus einer SPRACHE, die von den Empfängern verstanden wird, und einem ZWECK, der eine Handlung hervorrufen soll. Ergebnisse solcher Informationen findet man in der Natur massenweise. Beispiele hierfür sind: Ein Spinnennetz Die Fäden, die „Spinnenseide“, sind viermal so belastbar wie Stahl und können sich um das drei- bis vierfache ihrer Länge ausdehnen, ohne zu reißen! Spinnennetze dienten seit jeher als Vorbild für Netze verschiedenster Art (Fischernetze, Tornetze im Sport, in der Architektur beispielsweise im Dach des Münchner Olympiastadions). Ameisen Sie bilden einen hochorganisierten Staat. Auch weisen sie sich in einem sehr komplizierten Vorgang gegenseitig auf Nahrung hin. Sie verwenden einen hoch entwickelten Informationsaustausch. Zugvögel Die Störche bleiben ihrer Partnerin und ihrem Nest ihr Leben lang treu. Sie treffen sich immer erst auf ihrem Nest und erkennen sich wieder. Die Jungstörche fliegen unabhängig von ihren Eltern in den Süden, sie wissen automatisch, wohin und auf welcher Route sie fliegen müssen. Die Information dafür ist in ihrem Erbgut gespeichert. Information hat immer das Ziel, etwas zu bewirken, etwas zu gestalten. Information ist wo etwas wie eine Gebrauchsanweisung für das Leben. Ein vergleichsweise einfaches Lebewesen wie das Coli-Bakterium enthält eine Informationsmenge von vier Millionen Buchstaben. Dafür bräuchten wir Menschen 400 DIN-A4-Seiten! Diese Information ist auf einem DNA-Molekül abgespeichert und wird durch einen sehr komplexen Vorgang in unglaublicher Schnelligkeit abgelesen. So ein einzelliges Bakterium arbeitet wie eine hoch organisierte chemische Fabrik, gesteuert durch die auf der DNA gespeicherte Information. Beim Menschen besteht der gesamte menschliche DNA-Bauplan aus 6 Milliarden genetischen Buchstaben, was einer Menge von 750.000 DIN-A4-Seiten entspricht! Die DNA ist ähnlich wie ein Wollknäuel wohlgeordnet in sich verdreht, um diese ungeheure Menge an Daten auf kleinstem Raum speichern zu können. Ein Wunderwerk der Schöpfung! Unsere Wissenschaft ist noch weit davon entfernt, auch nur annähernd eine solche Fülle an Information auf einem derart kleinen Raum speichern zu können. Information – die Tür zum Leben: Aber was heißt eigentlich „Leben“? Was unterscheidet Lebewesen von unbelebter Materie? Zum Beispiel der Stoffwechsel: ein Lebewesen nimmt Nahrung auf, verarbeitet sie und scheidet aus, was nicht gebraucht wird. Oder das Wachstum: ein Lebewesen kann seine Größe verändern. Oder Fortpflanzung: ein Lebewesen kann weitere Lebewesen produzieren und damit die Art erhalten. Oder Reaktion auf die Umgebung. Diese Anzeichen findet man in der unbelebten Natur nicht. Ein Stück Papier kann nicht wachsen, eine Zeitung kann sich nicht vergrößern. Die Zeitung enthält zwar viel an Information, aber die Zeitung selbst ist etwas Unbelebtes. Hinter der Information in der Zeitung steckt allerdings jemand, der sich viele Gedanken gemacht hat, der seine Gedanken in eine Sprache gebracht hat und der möchte, dass diese Gedanken mit Hilfe des Papiers und der Druckerschwärze zu bestimmten Empfängern transportiert werden, die diese Sprache verstehen und die dann auch auf diese übermittelte Information reagieren können. Auch die Gene in unseren Zellen tragen Informationen, die sich jemand ausgedacht haben muss, die jemand in dieser Sprache in der DNA aufgeschrieben hat und die dann zu Reaktionen in dieser Zelle führen, zu sinnvollen Handlungen. Die Ansammlung von Molekülen alleine macht aus unbelebter Materie nichts Lebendiges. Es müssen Informationen hinzukommen, die aus etwas Unbelebtem ein Lebewesen machen. Wie nun könnte das Leben auf dieser Erde...

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Café + am 16.8.2018 „Einsamkeit – die unerkannte Volkskrankheit unserer Zeit“

Café+ am 16. August 2018: Prof. Dr. Stephan Holthaus: „Einsamkeit – Die unerkannte Volkskrankheit unserer Zeit“ Wieder einmal hieß es: Heute ist „Café+“ und zahlreiche Gäste hatten sich eingefunden, um leckere Kuchen zu genießen und einem tiefgehenden Vortrag zu lauschen. Der Redner des Nachmittags war Professor Dr. Stephan Holthaus, Rektor der „Freien Theologischen Hochschule“ in Gießen. Einsamkeit ist nicht eine Frage, wie viele Menschen zusammen sind, sondern Einsamkeit hat damit zu tun, wie es in unserem Herzen aussieht. London beispielsweise, die größte Stadt Europas, ist wahrscheinlich auch die Hauptstadt der Einsamen. Einsamkeit wird von Mensch zu Mensch verschieden wahrgenommen. Während der Eine sich schon einsam fühlt, wenn er einen Tag lang keinen Kontakt nach außen hat, kann ein Anderer zehn Jahre auf einer einsamen Insel leben, ohne sich einsam zu fühlen. Wie unterscheidet sich Einsamkeit vom Alleinsein? Man schätzt, dass 16 Millionen Menschen in unserer Gesellschaft, also jeder fünfte Deutsche, alleine leben und diese Zahl nimmt jährlich zu. Aber nicht alle, die alleine leben, sind einsam. Andererseits gibt es auch Menschen, die zwar mit anderen zusammen leben, zum Beispiel in der Familie, oder sonstige soziale Kontakte haben, aber trotzdem einsam sind. Einsamkeit ist das Gefühl, nicht verstanden zu werden, abgelehnt zu werden oder auch die Tatsache, dass man wichtige Dinge seines Leben nicht mit dem Anderen teilen kann. Es gab noch nie zuvor eine Generation in der Geschichte der Menschheit, die so einsam war wie unsere, obwohl sehr viele Menschen über das Internet mit vielen anderen verbunden sind. Auch die Selbstbespiegelungen, die durch die sozialen Medien verstärkt werden, führen zur Vereinsamung. Es ist ein Massenphänomen in unserer Zeit geworden. Telefonseelsorger machen die Erfahrung, dass Leute anrufen, einfach, um einmal jemanden zum Reden zu haben. Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen einsam sind: –        Selbstverschuldet, man vergrault den anderen mit seinen Macken, mit seiner negativen Ausstrahlung –        Zu viel Arbeit, keine Zeit für Beziehungen, „Workaholics“ –        Führungspositionen können einsam machen, weil man evtl. unpopuläre Entscheidungen treffen muss –        Reichtum: man wird ausgenutzt oder andere trauen sich nicht, mit einem in Kontakt zu treten –        Armut: man wird ausgegrenzt –        Bestimmte Berufe (Pastoren, Seelsorger etc.: Einsamkeit bedingt durch die Schweigepflicht)) –        Schuld, eine der Hauptgründe für Einsamkeit Was sagt die Bibel über Einsamkeit? Das Thema wird schon auf der zweiten Seite aufgegriffen, als Adam noch allein war: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.“ (1.Mose 2,18). Gott ist sehr sensibel, was „Einsamkeit“ angeht. So erschuf Gott Eva. Der Mensch ist auf Gemeinschaft hin angelegt, er braucht das Du, um zum wirklichen Ich zu kommen. In der Bibel gibt es viele Begebenheiten, wo Menschen einsam sind: Kain (durch Schuld verursacht), Noah (er war der einzige Gerechte im Land), Mose (weil sein Volk ihm nicht folgen wollte – die Einsamkeit einer Führungsperson), Paulus (von allen Mitarbeitern verlassen). Die Bibel verschweigt Einsamkeit nicht, sie ist ein Problem des Menschen von Anfang an. Aber es gibt Einen, der so einsam war wie kein anderer vor und nach ihm: Jesus Christus. Jesus kam als Gott auf diese Welt und die Welt hat ihn abgelehnt. Auch seine eigene Familie und seine Jünger haben ihn nicht wirklich verstanden. In der schlimmsten Stunde seines Lebens, im Garten Gethsemane, wo er ihren Beistand am dringendsten gebraucht hätte, schliefen seine Jünger. Er war bitterlich allein, als er mit dem Tod rang! Und dann sein Tod am Kreuz: Dies war die einsamste Stunde im Leben Jesu. Er schrie: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15,34). Wenn ein Mensch auf dieser Welt es wirklich erlebt hat, von Menschen verlassen zu sein, dann ist das Jesus! Warum musste...

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