Café + am 17.10.2019 Gleiche Chancen für alle

Neben Musik und Gemeinschaft bei Kaffee und Kuchen war das Referat zum Thema „Gleiche Chancen für alle“ das + dieser Veranstaltung – hier ein Auszug daraus:   Das Wort Chance kommt aus dem Französischen und bedeutet „günstige Gelegenheit“ oder „Eintrittswahrscheinlichkeit“. Man hat dieses Wort etwa beim Würfelspiel verwendet. Wenn man mit mehreren Leuten zusammen spielt und einer würfelt gleich beim ersten Mal die gewünschte 6, dann hat er seine Chance genutzt – die günstige Gelegenheit konnte er auf Anhieb wahrnehmen. Andere müssen vielleicht 3 oder 4 oder noch mehr Mal würfeln, bis endlich auch bei ihnen die 6 erscheint. Die Chance, beim ersten Mal die 6 zu würfeln, hatten sie offensichtlich nicht – oder vielleicht doch? Jeder Spieler verwendet ja denselben Würfel – und damit hat jeder Spieler auch die gleiche Chance, eine 6 zu würfeln. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit bei den 6 Möglichkeiten, die ein Würfel bietet, immer nur 1 von 6 – bei gleichen Ausgangspositionen sind die Ergebnisse doch immer sehr unterschiedlich. Manchmal ist man ja beinahe schon verzweifelt, wenn alle anderen laufend Sechsen würfeln – und bei mir kommt und kommt diese Zahl nicht. Gleiche Chancen für alle bedeutet hier: Jeder hat denselben Würfel – aber nicht bei jedem kommt das gleiche Ergebnis. Als Gegenteil von „Chance“ wird auch schon mal das Wort „Risiko“ verwendet. Das Risiko, mit einem Würfel eben keine 6 zu würfeln, ist ja deutlich größer als die Wahrscheinlichkeit, die Chance, dass die 6 erscheint. Es gibt ja immerhin noch 5 weitere Möglichkeiten auf dem Würfel. – Chance und Risiko hängen hier also direkt zusammen. Vom Würfelspiel können wir schon mal lernen: Jeder hat die gleichen Chancen – die Startbedingungen für jeden sind gleich – jeder hat den gleichen Würfel – aber das muss nicht zum gleichen Ergebnis führen. Gleiche Chancen für alle müssen nicht zum gleichen Ergebnis für alle führen. Übrigens – nicht jeder kann überhaupt würfeln. Ein 3 Wochen altes Baby kann vielleicht nach dem Würfel greifen, kann aber nicht den Würfel bewusst über den Tisch rollen lassen – dazu ist es noch nicht „erwachsen“ genug. Ist das jetzt ungerecht, wenn ein Baby nicht mit Würfeln kann? Wenn man von gleichen Chancen spricht, muss man die Möglichkeiten der jeweiligen Person berücksichtigen. Für jede Art von Lebewesen gibt es besonders geeignete Startbedingungen – die für andere vielleicht gar nicht geeignet erscheinen – aber gerade das meint Chancengleichheit – für jeden gibt es genau die für ihn geeigneten Startbedingungen. Für uns Menschen gilt übrigens ein Wort Jesu: Denn Gott lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Gott schenkt uns Menschen gute Startbedingungen – unabhängig davon, wie wir uns ihm gegenüber verhalten. Gott hat das ganze Universum so geschaffen, dass wir als Menschen die besten Voraussetzungen, die besten Startbedingungen für ein sinnvolles Leben vorfinden. Und nicht nur für uns – auch für eine beinahe unübersehbare Vielfalt von Tieren und Pflanzen. Ein Beispiel: Fische haben Kiemen – das sind Bereiche, in denen viele Blutgefäße sehr dicht an der Oberfläche liegen. Wenn da Wasser vorbeiströmt, können Fische durch die beinahe poröse Haut dieser Blutgefäße Sauerstoff aus dem Wasser entziehen – deshalb muss man ja auch in einem Aquarium immer für genügend Sauerstoff im Wasser sorgen. Umgekehrt geben die Fische durch die Kiemen auch wieder das in ihrem Körper entstandene CO2 an das Wasser ab – außerdem regeln sie darüber den Salzgehalt in ihrem Blut – dadurch können bestimmte Fische sowohl im salzigen Meer als auch in Süßwasser-Flüssen leben – sie können sich entsprechend anpassen – was wir als Menschen mit unseren Lungen allerdings überhaupt nicht können. Fische haben...

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Café + am 15.8.2019 Der Wert der Freundschaft

Am 15. August 2019 öffnete wieder Café + – und viele Besucher kamen, um zunächst Kaffee, Kuchen, Gespräche zu genießen – sich an Klaviersoli, vorgetragen von Lydia Buchmüller, zu erfreuen und auch gemeinsam Lieder zu singen – um dann auf einen Vortrag von Pastor Thorsten Lehr, Gießen, zu hören. In einer Vorbemerkung führte der Referent aus, dass wir Menschen als soziale Wesen, als Beziehungswesen von Gott geschaffen sind. Der Mensch ist in der Lage, Beziehungen zu anderen Menschen aufzunehmen. Wir leben heute in einer total vernetzten Welt. Man kann viel mehr reisen als früher – man kann viel schneller und häufiger Kontakte zu anderen knüpfen. Aber viele Menschen beklagen auch, dass solche Kontakte oft nur sehr oberflächlich sind. So kann man etwa bei facebook in kurzer Zeit jede Menge „Freunde“ gewinnen, mit denen man aber dann kaum weiteren Kontakt hat. – Bei allen Begegnungsmöglichkeiten, die man heute hat, erlebt man doch, dass unsere Gesellschaft unter großer Vereinsamung leidet. So lebt in Deutschland jede 5, Person in einem Einzelhaushalt – und da zieht schnell Einsamkeit ein – daher ist das Thema „Freundschaft“ außerordentlich aktuell. Dem Referenten ging es in seinem Vortrag aber nicht um die Frage, wie kann ich neue Freunde gewinnen – sein Thema war die Frage, wie man Beziehungen, die man bereits hat, vertiefen kann und welche Herzenshaltung nötig ist, damit aus oberflächlichen Beziehungen echte Freundschaften werden können. Anhand der Berichte über David und Jonathan wurden dann fünf Herzenshaltungen ausgeführt, die zu echten Freundschaften führen. Erstens: Gute Beziehungen sind verbindlich. David und Jonathan schließen einen Freundschaftsbund (1.Samuel 18, 1 + 3) – sie übernehmen Verantwortung füreinander, sie verpflichten sich, für den anderen da zu sein – nicht nur miteinander Spaß zu haben, sondern gerade auch in schwierigen Situationen dem anderen beizustehen. Jonathan wurde kurz darauf hart auf die Probe gestellt. Er erfuhr, dass sein Vater Saul, der noch König von Israel war, seinen Freund David töten wollte. Er warnt David, obwohl er damit sein eigenes Leben riskiert. Gute Beziehungen sind verbindlich – auch wenn es etwas kostet. Als neueres Beispiel, sozusagen als David und Jonathan des Wilden Westens, wurden Old Shatterhand und Winnetou angeführt, diese fiktiven Gestalten von Karl May. – Wir brauchen heute mehr positive Beispiele für solche verbindlichen Beziehungen, solche Freundschaften – Menschen, die sagen: Ich stehe zu dir, in guten wie in schwierigen Zeiten! Solche Freundschaften brauchen Zeit, sie müssen wachsen, aber sie beginnen mit einer Herzenshaltung, der Bereitschaft, sich auf den anderen einzulassen. Zweitens: Gute Beziehungen sind großzügig und suchen nicht den eigenen Vorteil. Jonathan gab David seinen Rock, seine Rüstung, sein Schwert, seinen Bogen und seinen Köcher (1.Sam 18, 3 + 4). Jonathan lässt sich seine Freundschaft zu David etwas kosten – diese wertvollen Geschenke sind ein Ausdruck seiner Großzügigkeit. Dazu kommt die tiefe Symbolik: Jonathan als Königssohn übergibt die Zeichen seiner Würde an David und macht damit deutlich, dass David der zukünftige König sein soll – so wie Gott es vorgesehen hat. Jonathan verzichtet auf diese zukünftige Königswürde zugunsten Davids. Wenn es in freundschaftlichen Beziehungen nur darum geht, dass ich etwas davon habe, dann wird es schwierig. Wie viele Freundschaften sind schon daran zerbrochen, dass Eifersucht aufkam, Missgunst oder Machterhalt eine Rolle spielte. Gute Beziehungen sind großzügig und suchen nicht den eigenen Vorteil. Drittens: Zu guten Beziehungen gehören auch gute Worte Und Jonathan redete das Beste über David mit seinem Vater Saul (1. Samuel 19,4).. Wenn man über andere Menschen redet, wird doch oft das Negative ausgesprochen. David hatte sicher auch Fehler und Schwachstellen, aber Jonathan redete nur das Beste über ihn. Wie viele Freundschaften sind schon zerbrochen, weil man schlecht übereinander...

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Café+ am 13.6.2019 – Die Pilgerreise – John Bunyan und sein Weltbestseller

Referent dieses 63. Café+ war der Historiker Dr. Jan Carsten Schnurr. Er lehrt und forscht an der „Freien Theologischen Hochschule“ in Gießen zu den Themen Kirchengeschichte und Apologetik. Sein Thema an diesem Nachmittag war das Buch „Die Pilgerreise“ von John Bunyan, ein Klassiker der Weltliteratur, ist es doch in mehr als 200 Sprachen und Dialekte übersetzt worden. Das Werk erschien im Jahr 1678 und war von einem einfachen englischen Kesselflicker, einem Handwerker, der fast keine Schulbildung genossen hatte, verfasst worden. John Bunyan war 1628 geboren worden, mitten in einer von Katastrophen erschütterten Epoche (etwa dem Dreißigjährigen Krieg auf dem europäischen Festland). Bei seinem Vater hatte er schon früh das Handwerk des Kesselflickers oder Messingschmieds gelernt: Seine Arbeit bestand darin, herumzuziehen und kaputte Pfannen, Kochtöpfe und andere Metallgegenstände zu reparieren. Es war ein körperlich anstrengender und gesellschaftlich nicht sehr angesehener Beruf. In den 1640er Jahren brach in England ein Bürgerkrieg aus und Bunyan wurde mit 16 Jahren eingezogen. Einmal, als er zu einer Belagerung aufbrechen sollte, bat ihn einer seiner Kameraden, ob er mit ihm tauschen könne. Er war einverstanden und dieser Kamerad wurde dann bei der Belagerung durch einen Kopfschuss getötet. Es muss den jungen Bunyan sehr beschäftigt haben, dem Tod so knapp entkommen zu sein. Offener für Gott wurde er dadurch aber nicht, eher im Gegenteil. Es war ein raues Milieu, in dem er lebte und das eigentlich gut zu ihm passte. Er war (so schreibt er später) gewohnt zu fluchen, zu lügen und den Namen Gottes zu lästern. Zudem starben in dieser Zeit direkt hintereinander seine Mutter und seine Schwester und sein Vater heiratete nach nur einem Monat eine neue Frau. Nachdem John Bunyan die Armee verlassen hatte, arbeitete er wieder als Kesselflicker und heiratete. Sie bekamen eine Tochter, die jedoch blind geboren wurde, danach noch drei weitere Kinder. Seine Frau hatte zwei christliche Erbauungsbücher mit in die Ehe gebracht, in denen sie gemeinsam lasen. So begann Bunyan sich für den christlichen Glauben zu interessieren. Bis er jedoch zu einem festen und fröhlichen Glauben kam, war es ein langer und ausgesprochen schwerer Weg. Eines Tages traf er auf einige Frauen, die sich über den Glauben unterhielten und er kam mit ihnen ins Gespräch. Von ihren Aussagen her zu schließen waren sie tief überzeugt von ihrer eigenen Sünde; trotzdem sprachen sie fröhlich von Jesus Christus. Das beeindruckte ihn, weil er so etwas nicht kannte, und er ging mit in eine kleine baptistische Gemeinde. So lernte er John Gifford, den Pastor der Gemeinde, kennen. Gifford wurde sein Mentor und hat ihn sehr geprägt. Viele meinen, Gifford sei das Vorbild für die Figur des Evangelisten in der „Pilgerreise“. Bunyan lies sich taufen und schloss sich der Gemeinde an. Auch las er jetzt selbst sehr intensiv in der Bibel. Allerdings litt er unter extremen inneren Kämpfen. Er zweifelte manchmal, ob der christliche Glaube wahr sei – warum sollten z. B. die Christen Recht und die Muslime Unrecht haben? Häufiger quälten ihn auch Zweifel, ob er wirklich von Gott angenommen sei. Noch schlimmer war, dass er das Gefühl hatte, der Teufel würde ihm permanent einflüstern, sich von Jesus Christus loszusagen. Und eines Morgens hatte er den Eindruck, er hätte dieser teuflischen Eingebung innerlich nachgegeben. Einige Jahre lang hat er deshalb mit der Vorstellung gekämpft, er habe die Sünde gegen den Heiligen Geist begangen und es gebe deshalb für ihn keine Vergebung. Es war für Bunyan eine furchtbare Zeit. Aber eines Tages, als der draußen auf dem Feld war, kam ihm ganz plötzlich ein Gedanke in den Sinn: „Deine Gerechtigkeit ist im Himmel.“ Als Christ war er doch jemand, der Jesus seine Gerechtigkeit...

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Café + am 11.4.2019 Markt – Platz der vielen Möglichkeiten

Markt – Platz der vielen Möglichkeiten Viele Geschäfte haben sich zu dem sogenannten Marketplace, dem Marktplatz zusammengeschlossen und bieten ihre Waren unter der Regie von Amazon an. Dadurch wird das Warenangebot von Amazon stark erweitert – eine Vielzahl von Möglichkeiten wird dem Internetnutzer angeboten: Marketplace, Markt – Platz der vielen Möglichkeiten – fast alles kann man dort kaufen. In einem Supermarkt findet man gut 10.000 Artikel – im Internet geht die Zahl in die Hunderttausende. Im Zeitalter des Individualismus möchte gerne jeder seinem eigenen Geschmack folgen und liebt deshalb die möglichst große Auswahl – mit der angestrebten Digitalisierung soll das in vielen Bereichen noch viel einfacher möglich werden. Die technische Entwicklung hat sich in den letzten Jahren förmlich überschlagen – immer schneller folgten Erfindungen aufeinander, die unser Leben deutlich beeinflusst haben. Taschenrechner – Telefon – Handy – Nimmt man heute ein Handy in die Hand, dann hat man nicht nur ein Telefon, sondern einen Fotoapparat, einen Taschenrechner, ein Navigationsgerät, eine Wetterstation, einen Rundfunk- und Fernsehempfänger, jede Menge Nachschlagewerke und noch viel mehr in der Hand. Bei den Internet-Nachschlagewerken stoßen wir allerdings auch auf ein grundsätzliches Problem unserer schnelllebigen Zeit – die Zuverlässigkeit der Informationen in diesem Nachschlagewerk ist oft nicht gewährleistet. Die Ursache liege in der sogenannten Demokratisierung der Einträge – wenn möglichst viele Leute einen Eintrag für richtig empfinden, dann soll er gelten – aber das sei kein Kriterium für die Wahrheit. Und das ist ja auch tatsächlich so: Man kann die Wahrheit nicht durch eine Entscheidung der Mehrheit bestimmen – es müssen Sachgründe herangezogen werden. Ein Beispiel aus dem Bereich Physik aus der Vergangenheit: Die Mehrheit der Physiker war der Meinung, dass es im Weltall einen Stoff geben müsse, den man Äther nannte. Aber die Mehrheit der Naturwissenschaftler hatte Unrecht, wie man dann bald feststellen musste – diesen Äther gibt es nicht Heute ist das Internet ein Platz enorm vieler Möglichkeiten – jeder kann dort seine Ansichten veröffentlichen, ein Platz beinahe unvorstellbar vieler Veröffentlichungen. Man schätzt, dass alleine in Deutschland täglich eine Zeichenmenge von etwa 1 Exabyte mit dem Internet ausgetauscht wird – ein Exabyte ist eine 1 mit 18 Nullen – das ist vergleichbar mit der mehr als 2500-fachen Datenmenge aller Bücher, die je geschrieben wurden. Ein unüberschaubarer riesiger Platz beinahe unendlicher Möglichkeiten! Kann man sich da überhaupt noch zurecht finden? Ein Arzt sagt dazu: Das Internet kann Menschen miteinander verbinden. Aber wenn es zur Sucht wird, führt es im realen Leben zur Vereinsamung. Betroffene sollten dann nicht zögern, professionelle Hilfe zu suchen. (Marian Grosser, Arzt) Das Internet als Platz der vielen Möglichkeiten bietet neben mancherlei schädlichen Einflüssen aber auch hilfreiche Möglichkeiten. Ich kann heute im Internet die Telefonnummer eines Restaurants, wo ich einen Tisch reservieren möchte, schneller herausfinden, als wenn ich das Telefonbuch hervorholen und darin blättern muss. Ich kann jede Woche auf der Internetseite unserer Gemeinde nachsehen, wer am nächsten Sonntag im Gottesdienst predigen wird. Manches ist nicht unbedingt notwendig, was man an neuen Errungenschaften vorfindet – Manches kann aber auch recht hilfreich sein. Aber was ist gut, hilfreich – was weniger gut, schädlich? Karl Steinbach, der 2005 verstorben war: „Nichts zwingt den Menschen, die ungeheuren Möglichkeiten der Wissenschaft und Technik zu seinem Unheil zu verwenden, – alle Wege sind offen, Wissenschaft und Technik zu seinem Wohle zu verwenden“. Der Markt – der Platz der heute unüberschaubar vielfältigen Möglichkeiten – besteht aus oft schwer zu bewertenden Bereichen – wobei  diese vielfältigen Möglichkeiten auch von Menschen genutzt werden, die uns Unheil bringen wollen, die uns mit schädlichen Einflüssen zu manipulieren versuchen, die uns – auch gerade als Christen – zu widergöttlichem Verhalten verführen – oft so raffiniert, dass wir es gar nicht oder kaum bemerken können. Markt...

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Café+ am 14.2.2019 DIe Macht der Gedanken

Cafe+ am 14.2.2019 mit Gretchen Hilbrands Vieles in unserem Alltag wird durch unsere Gedanken bestimmt. Oft ist uns nicht klar, welche Macht unsere Gedanken über uns haben und dass wir dieser Macht aber nicht hilflos ausgeliefert sind. Wir können sie beeinflussen. Wie, das erklärte die Referentin, Gretchen Hilbrands, an diesem Nachmittag im „Café+“ und als Grundlage ihres Vortrags diente ihr neues Buch „Schluss mit dem Gedankenkarussell – Wie Sie innerlich zur Ruhe kommen“ (Brunnen-Verlag Gießen, 2019): Hinführend zum Thema zitierte Frau Hilbrands den Anfang ihres Buches: Als ich eine junge Mutter war Es ist ein Abend, wie sie in meiner Situation als junge Mutter und Ehrenamtliche so typisch sind. Zwei, manchmal drei oder vier Abende in der Woche sind mit Sitzungen, Veranstaltungen, Frauentreffs, Chor, Elternabenden oder Ähnlichem ausgefüllt. Natürlich nicht alle jede Woche, aber zwei Abende die Woche bin ich mindestens außer Haus. Aus dem vollem Alltag hinein in die Abendveranstaltung. Hier treffen sich Menschen, die ähnliche Anliegen und Interessen haben oder deren Kinder in derselben Schule oder Klasse sind. Hier wird erlebt, geredet, kontrovers diskutiert. Manche Äußerung fällt, manche Entscheidung wird getroffen. Viele beteiligen sich an der Diskussion, viele äußern sich, ich auch. Todmüde falle ich zu Hause ins Bett und wache nachts mit Gedanken auf, die mich sofort hellwach werden lassen. Ist die Entscheidung, die wir getroffen haben, richtig? War der Ansatz, den wir gewählt haben, korrekt? Warum hat XY dies und das gesagt? Warum hat er mich dabei so merkwürdig angesehen? Warum waren alle plötzlich still, als ich meine Meinung geäußert habe? Ist das, was ich denke, was ich sage, noch gesellschaftlich aktuell? Wollen die anderen das überhaupt? Bin ich in den Augen der anderen skurril? Merkwürdig? Habe ich überholte Ansichten? Oder zu fortschrittliche? Habe ich zu viel gesagt? Zu wenig? Das Falsche? Das Richtige? Was haben die anderen nur über mich gedacht, als ich … Gedanke über Gedanke stapelt sich auf, wird voluminöser, schweißtreibender, raubt mir den Schlaf. Ich denke. Ich kann nicht mehr einschlafen. Stunde um Stunde verrinnt, macht mich immer ärgerlicher, weil ich meinen Schlaf brauche, er sich aber nicht erzwingen lässt. Ich stehe auf. Werde müde, versuche weiterzuschlafen. Fast gelingt es mir einzuschlafen, doch der erste Gedanke erkämpft sich erneut heimtückisch seinen Platz … und wieder bin ich hellwach. Und mein Gedankenkarussell setzt sich erneut in Bewegung.  Mach dir doch nicht so viele Gedanken „Mensch, mach dir doch nicht so viele Gedanken!“ Wer hat das noch nicht gesagt bekommen oder diesen Ratschlag schon an andere verteilt? „Mach dir doch nicht …“ Der Rat ist schnell ausgesprochen, zumindest, wenn es um andere geht. Es fällt uns sofort auf, wenn bei anderen die Gedanken auf Karussellfahrt gehen und manches Mal die Sachlichkeit auf der Strecke bleibt. Das Kreisen der Gedanken ist vielen wohlvertraut. Insbesondere nachts finden sich zahlreiche Mitreisende im Gedankenkarussell. Wir Menschen machen uns nun mal Gedanken. Und das ist auch gut so. Unser Leben will gelebt, Entscheidungen wollen getroffen werden. Wir brauchen Antworten und Lösungen für den Alltag, für das Heute und das Morgen. Die Zukunft will gestaltet werden, wohlüberlegt sein. Vorsorge benötigt zielorientiertes Handeln, welches auf vorherigem Nachdenken basiert. Gespräche wollen gedanklich vorbereitet werden, gerade dann, wenn sie Konfliktpotenzial enthalten. Probleme stellen sich uns in den Weg, wir müssen sie durchdenken, um sie bearbeiten zu können. Wehe dem, der leichtsinnig und unbedacht in den Tag hinein lebt und sich erst Gedanken macht, wenn sich die Probleme aufgetürmt haben und das Denken vom Handeln-Müssen überrollt wird. Denken ist also wichtig und richtig. Denken muss und darf sein. Nur nachts nicht, wenn wir um unseren sauer verdienten Schlaf mit den Gedanken im regelrechten...

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Café + am 29.11.2018 Lieder und Worte zum Advent

Café+ am 29. November 2018: „Lieder und Worte zum Advent“ Die Einstimmung auf Weihnachten erfolgte im „Café+“ an einem trüben Novembernachmittag vor dem ersten Advent. Der Besuch erwies sich wieder einmal als äußerst lohnend, denn Café+ bot ein ansprechendes adventliches Potpourri aus Musik, Bibelzitaten und Textbeiträgen sowie reichlich kulinarische Genüsse. Nach einer schönen musikalischen Improvisation am Clavinova durch Lydia Buchmüller begrüßte Ruth Robles die Gäste und erzählte zu Beginn ein Weihnachtserlebnis aus ihrer Kindheit 1978, welches das letzte Weihnachten war, bevor ihr Vater verstarb: Hinter dem Weihnachtsbaum stand ein riesiger Karton, schön in Weihnachtspapier eingewickelt und im Weihnachtsbaum selbst, auf einem der Äste, war ein ganz kleines Kästchen, auch als Weihnachtsgeschenk eingepackt. Alle fünf Kinder waren sehr neugierig. Aber der große Kasten wurde an Mama übergeben – und das kleine Kästchen bekam Ruth. Darin war eine Kette mit einem goldenen Anhänger. Auf diesem Anhänger ist hinten ihr Geburtsdatum eingraviert und vorne steht: „Jesus salva“. „Jesus rettet“. Die Kette, das kleine, unscheinbare Geschenk, begleitet sie seit 40 Jahren! Und heute, in diesem Café+, geht es um ein Geschenk, das uns schon viel länger begleitet. „Macht hoch die Tür“, gemeinsam gesungen, deutete dann bereits auf das Geschenk, das wir in Jesus haben, hin. Die Zeit für Kaffee, Kuchen, Schnittchen und guten Gesprächen wurde von Lydia Buchmüller am Clavinova mit einer einfühlsamen Improvisation eines russischen Weihnachtsliedes beendet. Doris Loh leitete dann mit einem Erlebnis aus Marbella in Spanien zu dem ersten Lied des Singeteams über. Ihr Mann und sie hatten dort versucht, die Menschen mit dem Evangelium bekannt zu machen. Sie trafen dort Deutsche, die sehr wenig oder auch gar nichts von der Bibel kannten. Ein Mann wollte auf keinen Fall eine Bibel in die Hand nehmen, aber er tat es schließlich doch und seine Frau sagte zu ihm: „Statt dir abends immer Märchen vorzulesen, lese ich dir ab heute aus der Bibel vor.“ Und um die Bücher der Bibel besser kennen zu lernen, sangen sie mit den Leuten ein Lied, in welchem sämtliche Bücher des Neuen Testamentes vorkommen. Dieses Lied durften die Café+ – Gäste nun auch lernen. Wolfram Eberius brachte zwei Titel auf seiner Flöte zu Gehör, begleitet von Klaus Loh am Klavier – und dann folgten im Wechsel Lieder – vom Singeteam und Lydia Buchmüller unter der Leitung von Doris Loh  vorgetragen – und Bibeltexte zum Advent – etwa „Herbei, o ihr Gläubigen“ oder „Tochter Zion“ – gemeinsam mit den Besuchern gesungen. In Bezug auf Engel erfreute Doris Loh die Gäste mit einer Geschichte über ein Krippenspiel, in dem ein kleiner Junge sich besser als Engel anstatt als der ablehnende Wirt, den er eigentlich hatte spielen sollen, eignete.  Das beeindruckende Lied „Das wünsch ich mir“ mit dem Refrain „Frieden für die ganze Welt“, war dann auch die Überleitung zu einer Kurzandacht von Klaus Loh, der auf den Satz der Engel damals einging: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Menschen versuchen seit vielen Jahrtausenden immer wieder, Frieden auf Erden herzustellen. Damals zur Zeit Jesu gab es tatsächlich eine Phase, in der man von der ´Pax Romana`, dem ´Römischen Frieden`, sprach. Es war gelungen, die Welt einigermaßen zu befrieden. Aber auch dieser Friede musste immer wieder mit Gewalt hergestellt werden. Kriege waren damit nicht ausgerottet worden und bestimmen das Leben der Menschen bis heute. Karl May schrieb in seinem Werk ´Und Friede auf Erden`, dass Humanität und das Göttliche im Menschen schließlich Frieden stiften werden. Aber auch diese Versuche sind bis heute immer wieder gescheitert. Dieser himmlische Frieden kommt nur durch den Herrn Jesus Christus zu den Menschen seines Wohlgefallens, den Menschen,...

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