Was war der Stern von Bethlehem? Café + am 10.11.2016

Ruth Robles begrüßte die über 100 Gäste und lud zunächst zu Kaffee, Kuchen und Schnittchen  und zu guten Gesprächen ein. Als + konnten wir dann einen Vortrag von Prof. und Dir. a.D. Dr.-Ing. Werner Gitt aus Braunschweig zum Thema  „Was war der Stern von Bethlehem?“ hören.

Der Referent war lange Jahre Direktor und Professor an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig  und ist bekannt geworden durch eine Vielzahl von Veröffentlichungen in dem Gebiet Wissenschaft und Glaube. Er ging zunächst auf die verschiedenen Theorien zum Stern von Bethlehem ein, die ja regelmäßig in der Vorweihnachtszeit wieder veröffentlicht und diskutiert werden.

War die Erscheinung, die in der Bibel berichtet wird, etwa ein Komet?

Kometen wurden auch im Altertum schon sorgfältig beobachtet und entsprechend dokumentiert. So war ein Komet im Jahre 12 vor Christus zu sehen, und dann zum nächsten Mal im Jahre 66 nach Christus –außerdem galten Kometen seit jeher als Unheilbringer, also schlecht vorstellbar als Ankündigung des Retters der Welt.

War der Stern von Bethlehem vielleicht eine Supernova, ein durch die Explosion eines Riesensternes plötzlich auftretendes helles Himmelszeichen?

Auch hier gibt es in der Antike Aufzeichnungen über solche Erscheinungen, allerdings nur aus den Jahren 134 vor Christus und 173 nach Christus. Auch das passt nicht mit dem Erscheinen des Sterns von Bethlehem überein.

Die heute bevorzugte Erklärung beschreibt den Stern von Bethlehem als eine Konjunktion der Planeten Jupiter und Saturn, die damals im Jahr 7 vor Christus stattgefunden hat.

Aber auch hier sprechen die Fakten gegen eine Verbindung mit dem Stern, den die Weisen aus dem Morgenland gesehen haben – so z.B. die Dauer der Sichtbarkeit der Konjunktion dieser beiden Planeten und die Tatsache, dass man sie von der Erde aus eigentlich immer noch als zwei Sterne beobachten konnte.

Ein Hauptargument gegen alle uns bekannten Himmelskörper ist allerdings die Drehung der Erde – die Erde dreht sich von West nach Ost, d.h. alle Himmelskörper gehen im Osten auf und dann im Westen unter. Die Weisen sahen allerdings den Stern über viele Tage immer in Richtung Westen – tags und nachts.

Das macht es unmöglich, einen uns bekannten Himmelskörper mit dem Stern von Bethlehem zu identifizieren.

Gitt deutete daher diese in der Bibel berichtete Erscheinung als ein einmaliges, von Gott eingerichtetes Reisezeichen, das die Geburt Jesu den Weisen aus dem Osten ankündigen sollte und sie zu dem Ort seiner Geburt führen konnte.

Gitt erläuterte dann die verschiedenen Arten, wie Gott die Ankunft des Messias, des Retters Jesus Christus angekündigt hat.Bereits im Alten Testament findet man viele Voraussagen auf die Geburt Jesu – im Neuen Testament sprechen die Engel Gottes zu Maria, zu Josef und zu den Hirten – und die Hirten verbreiten die Nachricht von dem in die Welt gekommenen Erlöser in der Bevölkerung

Die Weisen aus dem Osten hatten nun den besonderen Auftrag, auch der politischen und religiösen Führungsschicht in Juda die Geburt des schon lange erwarteten Messias anzukündigen.

Aber obwohl gerade die Schriftgelehrten zwar herausfanden, dass Jesus in Bethlehem geboren werden sollte (wie es einige hundert Jahre vorher bereits angekündigt worden war), hielten sie es nicht für nötig, selbst zu dem Kind zu gehen und ihm die Ehre zu erweisen, so wie es die Weisen aus dem Osten dann taten.

Gitt wies darauf hin, dass auch heute viele Menschen von Jesus etwas wissen, aber dass sie es leider auch nicht für nötig halten, sich einmal persönlich an Jesus zu wenden, obwohl das der einzige Weg ist, um einmal in den Himmel kommen zu können.

Vom Stern von Bethlehem kann man also lernen, dass es sich um ein einmaliges Reisezeichen für die Weisen aus dem Osten (vermutlich Babylon) handelte, weil es sich auch bei der Geburt Jesu um ein einmaliges, aber weltveränderndes Ereignis handelte – für uns auch heute noch wichtig, weil wir damit auf Jesus Christus hingewiesen werden, der auch unser Erlöser, Retter und Herr sein möchte.

Anschließend an den Vortrag gab es noch Gelegenheit, Fragen zu stellen oder auch persönlich mit Prof. Gitt zu sprechen.

Mit dem Wort zum Donnerstag wurde den Besuchern neben einem Bibelvers auch eine Einladung zum nächsten Café + am 2. Februar 2017 mitgegeben (Thema: Zufall – was ist das? – Referent: Klaus Loh, Wetzlar).